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Fintechs in Deutschland: Sind digitale Banking-Finanzdienste die Zukunft?

Seitdem im Jahr 2008 die ersten Fintechs enstanden sind, wird die Bankenwelt von den noch recht jungen Start-ups aufgemischt. Werden die jungen Firmen die Branche umkrempeln?

Die Digitalisierung aller Lebensbereiche macht auch vor der Finanzbranche nicht halt. Seitdem im Jahr 2008 die ersten Fintechs enstanden sind, wird die Bankenwelt von den noch recht jungen Start-ups aufgemischt. Fintech ist die Abkürzung für Finanztechnologie (engl. „financial technology“) und steht für eine Bewegung von Unternehmen, die den durch immer abstraktere und undurchsichtigere Geschäfte agierenden großen Geldhäusern durch alltagsnahe Lösungen Paroli bieten will. Werden die jungen Firmen die Branche umkrempeln?

Fintechs werden als Unternehmen definiert, die sich auf die Lösung digitaler, finanztechnischer Probleme fokussieren. Dabei handelt es sich laut Thomas Dabb von der Deutschen Bank um technologiegetriebene Akteure, „die sich digital und mit großer Dynamik in den Markt für leicht zu standardisierende Finanzprodukte und -dienste drängen, um Kunden und Marktanteile zu gewinnen.“ Diese jungen und häufig sowohl bei Privat- und Firmenkunden beliebten Tech-Unternehmen lösen laut Dabb die eher umkomplizierteren Probleme im Finanzsektor wie etwa in Form von digitalen Bezahldiensten, Informationsdiensten, Online-Bankkonten sowie der Geldanlage und Finanzierung. Auch die Automatisierung von Prozessen wie der Online-Kreditvergabe und Anlageberatung wird von Fintechs übernommen. Bei den automatisierten Lösungen auf dem Gebiet der Finanzplanung und privaten Geldanlage spricht man von „Robo-Advisors“, also einer automatischen Anlageberatung.

Fintechs sind sich sicher: Die Zukunft des Bankings ist digital! Foto: Pixabay
Fintechs sind sich sicher: Die Zukunft des Bankings ist digital! Foto: Pixabay

Finanztechnologie-Start-ups und Banken kommen sich langsam näher

Banken und Fintechs finden nach und nach zueinander. Lange Zeit hatte es eine gewisse Trägheit seitens der Geldinstitute gegeben. Die Banken widmen sich erst allmählich den Hightech-Start-ups und lassen sich weiter Zeit mit der eigenen Digitalisierung. „Langfristig sollte eine allumfassende Digitalisierungsstrategie (nicht nur) für traditionelle Banken eine hohe Priorität haben“, schreibt Thomas Dabb in seinem wissenschaftlichen Paper und sieht sowohl den Handlungsbedarf als auch den Einfluss der Neulinge in engen Grenzen verlaufen.


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Start-ups und Banken tasten sich dennoch langsam aneinander heran. Banken suchen mittlerweile „die Nähe zu den digitalen Innovatoren“, wie aus einer Studie von Sopra Steria Consulting und der FAZ hervorgeht. Über 60 Prozent der Banken arbeiten heute bereits mit kleineren Finanz-Start-ups zusammen. Übernahmen sind jedoch eher selten, da Fintechs am Markt häufig hoch bewertet sind und noch verhältnismäßig geringe Umsätze erzielen. „Die Großbanken ergänzen Leistungen eher selektiv, beispielsweise beim Scannen von Überweisungen per Smartphone. Zudem entwickeln diese Institute mehr selbst“, erläutert Stefan Lamprecht von Sopra Steria. Solche eher einfachen Technologie-Aufgaben werden gerne auch Inhouse gelöst. Laut der Studie haben 27 Prozent aller Banken in Deutschland mittlerweile ein eigenes Fintech-Start-up gegründet. Ein gutes Beispiel hierfür ist die „Digitalfabrik“ der Deutschen Bank.

Bankentürme in Franfurt am Main: Die Branche tastet sich langsam an die Fintechs heran. Foto: Pixabay
Bankentürme in Franfurt am Main: Die Branche tastet sich langsam an die Fintechs heran. Foto: Pixabay

Wachstumsmarkt: So gestalten Fintechs die Zukunft

Die Fintech-Branche ist trotz relativ niedriger Umsätze ein Wachstumssegment. Laut einer Prognose des Portals Statista steigt das Transaktionsvolumen in Deutschland von derzeit 103 Millionen Euro 2017 um jährlich 9 Prozent auf 146 Millionen Euro 2021. Diese Volumina sind jedoch vergleichsweise gering: In China werden schon jetzt mehr als 900 Millionen Euro jährlich über Fintechs transferiert. Dennoch glaubt heute kaum noch jemand an eine zukünftige Machtübernahme der Finanz-Start-ups und eine Disruption des Bankenmarkts.


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Die Zukunft der Fintechs liegt eher in der Kooperation mit den Banken, da sowohl die Traditionsunternehmen als auch die Neulinge von einer Zusammenarbeit profitieren. „Viele Fintechs unterschätzen nämlich, wie teuer es ist, überhaupt Kunden zu gewinnen“, berichtet der Ökonometrieprofessor Stefan Mittnik gegenüber Zeit Online. Demnach täten die Start-ups gut daran, auf Kunden und Erfahrungswerte der Banken zurückzugreifen. Umgekehrt könnten die Finanzinstitute vom technologischen Know-how der Fintechs profitieren. Dabei sei es zweitrangig, ob die Firmen zusammenarbeiteten oder die Bank das Start-up übernimmt. Wie genau sich das Verhältnis von Fintechs und Banken in naher Zukunft entwickelt, entscheiden wohl nicht die Unternehmen, sondern ihre Kunden. Denn diese wählen aus, ob sie zukünftig auf herkömmliche Weise oder digital ihre Geschäfte abwickeln.

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