iPhone X im Dauertest: OLED-Display, TrueDepth-Kamera, Face ID, Akku und Co.

Wir haben das neue iPhone X wirklich auf Herz und Nieren getestet. Erweist es sich als Kauf?

Glasrückseite für kabelloses Laden

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Zum kabellosen Laden beim iPhone X und beim iPhone 8 Plus haben wir bereits alles gesagt. Die Technik ist ausgereift und funktioniert einfach fantastisch mit der Glasrückseite der neusten iPhone-Generation. Das Gerät muss einfach auf eine kompatible Ladestation gelegt werden und schon beginnt der Ladevorgang. Nach dem Update auf iOS 11.2 laden die Geräte jetzt auch mit 7,5 Watt anstatt zuvor 5 Watt. Alles geht nun etwas schneller. Wir warten nun darauf, dass sich die Ladegeschwindigkeit mit kompatiblen Ladestationen demnächst auf 10 Watt erhöhen wird. Auch beim kabellosen Laden handelt es sich um eine ausgezeichnete Funktion, die man nicht mehr missen möchte, sobald man sie einmal verwendet hat.

Akkuleistung hinkt dem iPhone 8 (Plus) etwas hinterher

Das iPhone X hat viele neue Funktionen und ein riesiges Display. Die geforderte Rechenleistung der neuen Funktionen ist enorm. Gleichzeitig ist das Gehäuse des iPhone X deutlich kleiner als des iPhone 8 Plus. Deshalb muss man nicht lange überlegen, um sich klar zu sein: Die Akkulaufzeit des iPhone X liegt etwas unter der das iPhone 8 Plus. Summa summarum sind bei starker Benutzung am Ende des Tages ungefähr zwei Stunden früher die Batterien leer als bei der 8er-Serie. Wer allerdings etwas an den Einstellungen schraubt, die Display-Helligkeit herunterregelt und die Hintergrundaktualisierung ausschaltet, sollte hier keinerlei Probleme haben, mit einer Akkuladung durch den Tag zu kommen.

A11 Bionic Prozessor: künstliche Intelligenz hält Einzug

Schon bei unserem großen Test des iPhone 8 Plus haben wir viel über den A11 Bionic Prozessor geschrieben. Dieses Wunderwerk der Technik ist der leistungsstärkste Prozessor, der jemals in einem Smartphone verbaut wurde. Der Prozessor mit zwei Hochleistungskernen und vier Kernen für sparsamere Anwendungen, rechnet zwischen 25 und 70 Prozent schneller als der vom Vorgänger A10 Fusion, der auch im iPad Pro 12.9 Zoll läuft. Insgesamt bietet der Prozessor ungefähr 2 Stunden längere Akkulaufzeit als beim iPhone 7 (Plus). Im A11 Prozessor ist auch der Grafikchip implementiert. Dieser bietet immerhin eine bis zu 30 Prozent schnellere Leistung als der Vorgänger. Wir haben den Geekbench-Test gemacht und hier schneidet das iPhone X wie vermutet in allen Belangen am Besten ab. Apple hat sein Flaggschiff-iPhone also mit einem echten Renner als Prozessor ausgestattet. Nicht ohne Grund: Mithilfe dieser Technik können wichtige Anwendungen wie die neuen belebten Animojis, leistungsstarke Videospiele und Augmented-Reality-Anwendungen problemlos verwendet werden. Auch Face ID benötigt die Leistung dieses Prozessors.

TrueDepth Kamera und brandneue Rückkamera

Was wäre das neue iPhone ohne seine Hochleistungskameras?! Bereits die Vorgängermodelle haben Jahr für Jahr durch ihre scharfen neuen Kameras bestochen – und haben teilweise schon semi-professionelle Qualität abgeliefert. Mit der neuen 7 Megapixel TrueDepth Kamera, die das neue iPhone X auf der Vorderseite hat, lassen sich immerhin ausgezeichnete Selfie-Schnappschüsse und Portraits machen. Zudem dient die hochentwickelte Kamera, wie bereits beschrieben, dazu, Face ID zu verwenden und das iPhone damit zu entsperren. Für alle Fans von Selfies und schnellen Instagram-Schnappschüssen ist die neue Frontkamera wohl allerbestens geeignet.

Highend-Smartphone-Kamera im iPhone X: Eine der besten Handykameras, die es aktuell auf dem Markt gibt. Foto: Sascha Tegtmeyer
Highend-Smartphone-Kamera im iPhone X: Eine der besten Handykameras, die es aktuell auf dem Markt gibt. Foto: Sascha Tegtmeyer

Und auch die neue Kamera auf der Rückseite hat es in sich: Die Zahl der Bildpunkte ist mit zwölf Megapixel wie bei den Vorgängermodellen gleich geblieben. Das duale Kamerasystem besitzt nun durchgängig optische Bildstabilisierung.Sie hat nach wie vor zwei Linsen: Die eine hat ein Weitwinkelobjektiv mit einer lichtstarken F/1,8 Blende. Stark verbessert wiederum wurde auch das Teleobjektiv mit der F/2,4 Blende, was beim Zoomen für bessere Fotos und Videos sorgt. Bei den Vorgängerkameras trat hier häufig Verzeichnungen und starkes Bildrauschen auf, das die Aufnahmen im Zweifelsfall unbrauchbar gemacht hat.

Während Apple nicht an der Zahl der Megapixel geschraubt hat, wurde stattdessen die Bildqualität quasi nach innen verbessert. Der Bildprozessor beispielsweise sorgt dafür, dass die Pixel besser verarbeitet und authentischer erfasst werden. Zudem wurde der Autofokus verbessert, um Objekte schneller scharf zu stellen. Auch ein neuer vierfach LED-TrueTone-Blitz wurde eingeführt, der besonders dem Portraitmodus optimal unterstützt.

Testaufnahme im Portät-Modus des iPhone X. Foto: Sascha Tegtmeyer
Testaufnahme im Portät-Modus des iPhone X. Foto: Sascha Tegtmeyer

In der Praxis sorgt das ganze dafür, dass sich mit dem iPhone X gestochen scharfe Bilder machen lassen. Wir haben die Kamera des neuen iPhones bereits auf Herz und Nieren getestet. Besonders die Portraits und die Landschaftsmodi sind einfach überzeugend für eine Smartphonekamera. Mit der Hintergrundunschärfe sowie perfekt fokussierten und schafen Frontobjekten macht die Kamera nahezu professionelle Fotos. Sie holt bei jeglichen Lichtverhältnissen das Optimum aus dem winzigen Modul im Smartphone heraus. Besonders in der Dunkelheit und mit wenig Restlicht lassen sich mit ihr ohne Stativ erstaunlich gute, wenig rauschende Aufnahmen machen. Hier stellt sie sogar einige professionelle Fotokameras in den Schatten, die für ähnlich hochwertige Aufnahmen mindestens ein Stativ benötigen. Insgesamt ist die Rückkamera des iPhone X noch etwas besser als die schon sehr gute Kamera im iPhone 8 Plus. Wenn es wirklich sonst keinen Grund gäbe, auf die neue iPhone Generation umzusteigen – die Kameras sind es allemal.

Animojis: Spielerei oder sinnvoll?

Das fragen sich aktuell sicher viele Leute: Sind die neuen Animojis, also Emojis, die durch die Gesichtskamera zum Leben erweckt worden, eine Spielerei oder einen sinnvoller nutzen? Emojis sind kleine Smilee-Gesichter und Abbildungen von Dingen, die Gefühlsregungen zum Ausdruck bringen sollen. Am Nutzen der Emojis und nun auch der Animojis werden sich wohl noch lange Zeit die Geister scheiden. Einige Digital-Experten sehen in Emojis eine neue Form der Kommunikation, während viele Menschen die quietschegelben runden Gesichter und Tierfiguren als eher albern ansehen. Sicher ist jedenfalls: Emojis sind unter Smartphone-Nutzern aller Altersklassen sehr populär. Was man auch von dieser Funktion halten darf: Sie ist vorhanden und sie funktioniert ganz ausgezeichnet, wie das folgende Beispielvideo zeigt.

iPhone X Probleme mit Kratzern?

Die Stiftung Warentest hat das iPhone X als das zerbrechlichste iPhone aller Zeiten betitelt. Und auch wir hatten mit dem iPhone 8 Plus schlechte Erfahrungen mit Kratzern gemacht. Trotz großer Sorgfalt hatten sich hier bereits nach wenigen Tagen etliche kleine Kratzer in der Glasrückseite und am Gehäuserahmen eingeschlichen. Umso genauer haben wir nun beim iPhone X hingeschaut: Es lässt sich feststellen, dass das iPhone X für Kratzer deutlich weniger anfällig ist als andere Modelle. Wir sind natürlich auch besonders pfleglich damit umgegangen, aber konnten auch nach vier Wochen Dauernutzung bisher keinen ernstzunehmenden Gebrauchsspuren entdecken. Lediglich auf dem hochglänzenden Rahmen haben sich einige haarfeine Kratzer gebildet, die allerdings nur bei sehr starker Ausleuchtung sichtbar werden. Die Glasteile sind noch komplett kratzerfrei.

Man muss auch sagen, dass es sich bei Hightech-Gadgets um Gebrauchsgegenstände handelt, die sich im Laufe der Zeit einfach mehr oder weniger stark abnutzen. Über die Anfälligkeit für Kratzer beim MacBook Pro 2016 haben wir ausführlich geschrieben. Zudem haben wir auch schon die Apple Watch auf Kratzeranfälligkeit untersucht.


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iPhone X und AirPods: wie füreinander gemacht!

Nicht nur gegenüber dem iPhone X waren wir anfangs ziemlich skeptisch. Auch die AirPods haben uns lange Zeit kalt gelassen. Zum iPhone X haben wir uns jedoch auch gleich ein paar AirPods dazu bestellt. Die kabellosen Bluetooth-Kopfhörer von Apple funktionieren gemeinsam mit dem iPhone X einfach fantastisch. Beide Geräte sind scheinbar wie für einander gemacht (um genau zu sein, sind sie füreinander gemacht). Die Technik des W1-Chips in den AirPods arbeitet nahtlos zusammen mit dem iPhone X und man braucht nicht lange zu warten, bis sich eine Verbindung herstellt. Die Verbindung bleibt auch über mehrere Meter und durch Wände bestehen. Über die gelungene Funktionsweise der Kopfhörer haben wir in unserem AirPods-Testbericht ausführlich geschrieben. In jedem Fall macht es für Musik-Fans und alle, die viel mit Freisprecheinrichtung telefonieren, absolut Sinn, den Kauf des iPhone X mit den AirPods zu kombinieren.

AirPods im Test beim Sport, Joggen und Telefonieren: Und es hat Boom gemacht! Foto: Sascha Tegtmeyer
AirPods im Test beim Sport, Joggen und Telefonieren: Und es hat Boom gemacht! Foto: Sascha Tegtmeyer

Fazit: iPhone X im Dauertest zeigt ein tendenziell positives Bild

Ja, wir waren skeptisch gegenüber dem iPhone X. Der hohe Preis und die Gerüchte über diverse Kinderkrankheiten haben uns zuerst von dem Gerät zurückschrecken lassen. Die Neugierde hat dann doch überwogen und natürlich haben wir das Gerät wie so häufig auf Herz und Nieren getestet. Die Ergebnisse können sich wirklich sehen lassen. Unser Test-Fazit lautet deshalb wie folgt:

  1. Der neue, randlose und ultrascharfe OLED-Bildschirm „Super Retina Display“ im iPhone X ist wirklich eine Wucht! Wer sich einmal an das Panel gewöhnt hat, empfindet alle anderen Displays nur noch als altbacken. Einbrennen von Bildelementen ins OLED-Display ist nicht aufgetreten.
  2. Die TrueDepth Kamera mit Face ID sorgt dafür, dass sich das Smartphone nahezu wie von allein entsperrt. In unserem Test hat sie in mehr als 95 Prozent der Fälle das Gesicht sofort erkannt und das iPhone X direkt entsperrt (Probleme treten seltsamerweise gehäuft morgens direkt nach dem Aufstehen auf).
  3. Der Akku des iPhone X hält insgesamt etwas kürzer als beim iPhone 8 (Plus) im Test. Die Batterielaufzeit hängt jedoch auch stark mit Nutzungsgewohnheiten zusammen und lässt sich durch einige Maßnahmen erhöhen.
  4. Der A11 Bionic Prozessor inklusive des Grafik-Koprozessors ist einfach eine Wucht! Unser Geekbench-Test hat ihn als schnellsten Smartphone-Prozessor ausgewiesen, den (zumindest wir) jemals verwendet haben.
  5. Die Kameras im iPhone X markieren definitiv eine neue Qualitätsklasse. Als Journalisten und Hobbyfotografen können wir bereits seit dem iPhone 7 Plus druckfähige Aufnahmen mit dem Smartphone machen. Das iPhone X übertrumpft mit seinen Kameras so manche Einsteiger-DSLR und spiegellose Systemkameras. Für relativ anspruchslose Privatanwender kann die iPhone X Kamera sogar zur einzigen Kamera werden, die sie noch benötigen.
  6. Probleme mit Kratzern treten beim iPhone X deutlich weniger auf als beim iPhone 7 Plus und iPhone 8 Plus. Besonders beim iPhone 7 Plus hatte es mit dem Lack große Schwierigkeiten gegeben, der zum Teil einfach grundlos abgeplatzt war.

Aus diesem Fazit wird deutlich, dass Apple mit dem iPhone X ein spannendes, neues Gerät gelungen ist, das zumindest alle Technik-Fans anspricht und tatsächlich einen Meilenstein unter den aktuellen Smartphones markiert. Insofern: Aktuell ist das iPhone X ein klarer Kauf. Wer jedoch warten kann, sollte bis September 2018 warten und darauf spekulieren, dass dann ein iPhone X Plus eventuell zusammen mit einem neuen iPad Pro 2018 vorgestellt wird. Dieses Gerät dürfte sich als „das ultimative Smartphone“ entpuppen.

Über Sascha Tobias Tegtmeyer 95 Artikel
Als Journalist, leidenschaftlicher Taucher und ambitionierter Stand Up Paddler habe ich mich mehr und mehr auf Wassersport-Themen spezialisiert. Ich habe für mehrere Jahre als Online-Redakteur, Content- und SEO-Manager für den Jahr Top Special Verlag in Hamburg das führende Tauchsport-Portal TAUCHEN.de redaktionell betreut und bin in der Wassersport-Branche zuhause. Meine Leidenschaft gilt dem Meer und allen Aktivitäten, die sich am, im, auf und unter Wasser ausüben lassen. Um diesem Kind einen Namen zu geben, habe ich www.just-wanderlust.com ins Leben gerufen – für alle Menschen, die das Meer lieben – gerne reisen und Wassersport wie Tauchen, Surfen, Stand Up Paddling.