Tierpark Hagenbeck Hamburg: Abtauchen im Aquarium – Die Weltmeere in der Nussschale

Der Tierpark Hagenbeck in Hamburg zeigt in seinem Tropen – Aquarium ein marines Ökosystem auf kleinstem Raum. Das kann ganz schön groß werden, wenn es gereinigt werden muss. Und wer darf ins Becken steigen? Wir haben Tierpflegerin Heidi Rohr zugeschaut.

Willkommen im Dschungel! Die Sicherheitstür öffnet sich und eine fremde Welt erscheint vor den Besuchern: Die Temperaturen sind tropisch, feucht und heiß, sodass einem an mitteleuropäische Durschnittstemperaturen gewöhnten Mann schnell der Schweiß von der Stirn tropft. Wilde Tiere schreien in der Regenwaldvegetation, und kaum hat man den Überwasser-Part des Tropenaquariums betreten, blickt einem ein Rudel Lemuren mit großen Glubschaugen entgegen.

Tropen-Aquarium und gleichzeitig Tropenhaus

Fortan geht es abwärts, vorwärts, seitwärts – Treppen hoch und runter, vorbei an allerlei Krabbeltieren, Fischen und Reptilien bis hin zum See mit den vier respekt- einflössenden Nilkrokodilen – und Hamburgs einzigem Wasserfall. Anschließend geht es hinab in die Katakom- ben, sodass man schon durch die dicken Glasscheiben in die Aquaterrarien blicken und einige exotische Fischarten, wie Piranhas, entdecken kann. Ein Vorgeschmack auf das, was gleich kommt! Die Besucher gehen durch das dunkle Souterrain zu den Spinnen, Schlangen und Fledermäusen, die in den spärlich beleuchteten Gängen zum Teil nur silhouettenhaft zu erkennen sind. Jetzt nur noch um eine Ecke biegen, dann steht man vor dem beeindruckenden Panoramaglas eines meterlangen Korallenbeckens.

Tropen-Aquarium Hagenbeck: Die Becken müssen gereinigt werden

Am Breitbildbecken steht Hagenbeck-Taucherin Heidi Rohr und bereitet sich auf ihren Einsatz auf der anderen Seite der Acrylglasscheibe vor. Die ausgebildete Zootierpflegerin wird gleich in voller Tauchermontur ins Becken steigen und in einer großen Putzaktion das Korallenriff auf Vordermann bringen. Heidi liebt diesen Teil ihres Jobs, der längst nicht nur aus Tauchen, sondern auch aus dem Umgang mit allen Tieren im Zoo besteht: „Ich wollte immer schon tauchen“, verrät die 31-jährige Hamburgerin. „Ich bin gerade mit der Ausbildung fertig gewesen, da habe ich auch privat meinen Open Water Diver bei SSI gemacht.“ Aber im Zweifelsfall stelle der Tierpark auch die Ausbildung, denn auch Urlaubsvertretungen müssen unbedingt auch einen Tauchschein haben, weil die Becken sonst ziemlich schnell verschmutzen.

Tierpflegerin Heidi Rohr reinigt die Becken in Hagenbecks Tierpark in Hamburg. Foto: Sascha Tegtmeyer

Tierpflegerin Heidi Rohr reinigt die Becken in Hagenbecks Tierpark in Hamburg. Foto: Sascha Tegtmeyer

Und um das zu verhindern, geht Heidi Rohr nun hinter die Kulissen. Schräg links neben dem Aquarium führt hinter einer Tür eine Treppe direkt an den oberen Rand des Beckens. Die Luft ist stickig, heiß und feucht, und die UV-Lampen, die das Becken beleuchten, strahlen einem hell in Blauviolett entgegen. Neben dem Becken liegt eine Zehn-Liter-Flasche, die Heidi sich nicht auf den Rücken schnallen wird. Stattdessen wird der Automat mit einer Schlauchverlängerung verbunden, sodass die Taucherin ohne Flasche ins Wasser geht und nur den Regler im Mund hat und den Druckschlauch in der Hand.

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