Longboard für Anfänger: Surfen auf dem Asphalt

Longboard für Anfänger: Surfen auf dem Asphalt - Strecke machen in der Innenstadt oder mit 100 Stundenkilometern den Berg runter: Mit dem Longboard geht beides. Alles über Cruisen, Tricks und Material. Foto: Sascha Tegtmeyer
Longboard für Anfänger: Surfen auf dem Asphalt - Strecke machen in der Innenstadt oder mit 100 Stundenkilometern den Berg runter: Mit dem Longboard geht beides. Alles über Cruisen, Tricks und Material. Foto: Sascha Tegtmeyer

[enthält unbezahlte Werbung] Longboard für Anfänger: Surfen auf dem Asphalt – Strecke machen in der Innenstadt oder mit 100 Stundenkilometern den Berg runter: Mit dem Longboard geht beides. Alles über Cruisen, Tricks und Material. Ein Erfahrungsbericht. 

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Ein Longboarder vergisst niemals den Moment, an dem er den ersten Fuß auf sein Brett gestellt hat: Wie sich das Holz leicht unter seinem Fuß durchbiegt, er sich entscheidet, welchen Fuß er lieber nach vorn stellen möchte, das zweite Bein dahinter positioniert, und er vielleicht mit den Armen rudern muss, um das Gleichgewicht zu halten. Longboarden ist, als würde man mit einem kleinen Surfbrett über den Asphalt gleiten. Ein atemberaubendes Gefühl! Und Longboarden lernen ist im Grunde gar nicht mal so schwer. Wir zeigen Euch, wie es geht.


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Longboard lernen – los geht’s!

Die Boards sind mit ihren ein bis anderthalb Metern Länge Miniatur – Surfbretter oder übergroße Skateboards. Sie sind nicht nur für Extremsportler gedacht, sondern absolut alltagstauglich, denn durch die große Fläche des Boards stehen auch Anfänger stabil auf dem Brett. Longboarden ist angesagt, eignet sich als schnelles und flexibles Fortbewegungsmittel und macht unheimlich viel Spaß. Deshalb sieht man sie momentan überall: In Parks, auf Fußwegen und in verkehrsberuhigten Nebenstraßen. Die Sportart wurde in den 70er Jahren von Surfern erfunden, um eine Beschäftigung an Tagen zu haben, an denen die Wetterbedingungen das Wellenreiten auf dem Wasser nicht zuließen. „Das kann ich gut nachvollziehen!“, sagt Sören Winko. Der 21-jährige passionierte Kitesurfer wohnt momentan in Neustadt in Holstein an der Ostseeküste: „Das erste Mal stand ich vor fünf Jahren auf dem Board. Wir saßen am Strand und warteten auf Wind, als ein Freund mit seinem Longboard kam.

Wenig später fuhr ich das erste Mal über die glatte Promenade und nur einige Tage danach hatte ich mein eigenes Board.“ Genau umgekehrt war es bei Mike Jucker, Chef des gleichnamigen Longboard-Labels „Jucker Hawaii“: „Ich war Vollblut-Skateboarder und Snowboarder und träumte vom Surfen. Irgendwann kam das Longboard dazu und für mich fühlte es sich an wie Surfen – Streetsurfen!“ Der gebürtige Schweizer hat bereits vor fast 20 Jahren das erste Mal auf dem Brett gestanden. Sören ist schon seit fünf Jahren voller Eifer dabei: „Longboarden ist meine absolute Lieblingssportart an Land – und wird es auch weiterhin bleiben!“

Longboard lernen leicht gemacht: Mit etwas Übung klappt das Longboarden schnell ziemlich gut. Foto: Sascha Tegtmeyer
Longboard lernen leicht gemacht: Mit etwas Übung klappt das Longboarden schnell ziemlich gut. Foto: Sascha Tegtmeyer

Longboard für Anfänger: Downhill, Freeride, Carving, Cruising

Wie bei vielen Sportarten gibt es beim Longboarden eine ganze Reihe von Subgenres. Für einige davon nutzt man spezielle Boards. Zu den belieb- testen Formen des Longboardens gehören Downhillskaten, Freeride, Carving, Cruising und Slalom. Car- ven und Cruisen sind die einfachsten Formen, um vorwärtszukommen: Cruisen meint das gemächliche oder schnelle Umherfahren. Beim Carven bewegt sich der Boarder durch Gewichtsverlagerung in leichten, engen Kurven – ähnlich wie beim Ski- oder Snowboardfahren. Beim Slalom kurvt man um Hindernisse herum. Beim Downhill geht ́s ums schnelle Runterfahren.

Die Fahrer stürzen sich mit bis zu 100 Stundenkilometern auf Straßen einen Berg oder Hang hinab. Das braucht aber viel Übung, gutes Körpergefühl und Gleichgewichtssinn. Freerider sind auch an schnellen Ab- fahrten interessiert, rutschen und glei- ten dabei aber eher mit sogenannten „Slides“ und „Drifts“. Das ist kompliziert und wird deshalb oft als Königsdisziplin des Longboardens angesehen. Natürlich darf dabei die richtige Schutzausrüstung nicht fehlen. Für Longboard-begeisterte Großstädter, denen ein größerer Hügel oder Berg zum Downhill fehlt, eignen sich eher Disziplinen, bei denen Tricks und Freestyle im Vordergrund ste- hen. Bei denen das Brett gedreht, angehoben und auf wildeste Art bewegt wird, wobei der Kreativität praktisch keine Grenzen gesetzt sind. Das gilt auch für die Namens- gebung der Tricks: Wheelies (Board vorne beim Fahren anheben und hochhalten) und Flips (der Boarder springt, das Board wirbelt durch die Luft, landet auf den Rollen und der Fahrer steht anschließend wieder auf dem Brett) mag man mal gehört haben, Tiger Claws (der Boarder springt vom Brett, wirbelt dabei das Board hoch, schleudert es einmal herum und schwingt sich anschließend wieder auf das Board) schon weniger. Auch beliebt ist das „Dan- cing“: Das wirkt, als würde jemand auf dem Board spazieren gehen oder tatsächlich tanzen. Generell sind Skater und Surfer ziemlich einfallsreich, wenn es darum geht, neue Disziplinen zu entwerfen. Das weiß auch Skater Sören: „An der Surfschule haben wir einmal einen Mastfuß auf das Longboard gebaut und sind mit Board und Segel über den Parkplatz gefahren.“

Pushen, pushen, bremsen: Longboard Kurs machen oder selber lernen?

Mike und Sören haben spontan mit dem Streetsurfen angefangen. Genau wie viele andere, die so souverän mit ihren Longboards über Straßen und Fußwege cruisen und carven, als hätten sie nie etwas anderes gemacht. Im Gegensatz zum kleineren, wackeligeren Skateboard lässt sich Longboarden relativ leicht lernen. Anfänger können Kurse bei zertififi- zierten Skateboard-Lehrern belegen, sich im Surfshop Tipps holen, Anleitungen im Internet lesen oder Videotutorials gucken, beispielsweise auf Youtube. Einen zweistündigen Anfängerkurs gibt es schon ab 20 Euro im örtlichen Longboard- oder Skaterclub. Mitbringen sollten Beginner ihr Longboard, Knie- und Ellenbogenschützer und einen Helm. Wer kein eigenes Equipment hat, kann es sich meistens auch leihen. 150 Euro sollte man mindestens in ein Long- board investieren, sonst ist die Qua- lität meist schlecht und der Fahr- spaß leidet. Luxusvarianten kosten bis zu 400 Euro. Knieschützer und Skaterhelm gibt es jeweils schon ab etwa 20 Euro. Wer irgendwann ein paar Tricks beherrscht, der sollte Handschuhe tragen, um gekonnt um die Kurve zu sliden. Selbstlerner können sich zum Longboard auch ein sogenanntes Balanceboard – ein kurzes Brett mit einer großen Rolle drunter, um 100 Euro – mitbestellen. Das eignet sich, um im heimischen Wohnzimmer die ersten Gleichgewichtsübungen zu machen und ein Gefühl für die Bewegung zu bekommen. Wichtig ist dabei, in die Knie zu gehen und den Schwerpunkt zwischen die Füße zu legen, um nicht das Gleichge- wicht zu verlieren und umzufallen. Wer dann mit dem richtigen Board durchstarten will, für den gilt: Ab nach draußen und üben, üben, üben! Mike sagt: „Man muss vor allem lernen, die Fortbewegung durch richtige Balance und Gewichtsverlagerung zu kontrollieren. Generell steht man häufig seitwärts zur Fahrtrichtung!“

Auf Seite 2: Longboard Equipment – Decks, Rollen, Schuhe und Co.

Über Sascha Tobias Tegtmeyer 95 Artikel
Als Journalist, leidenschaftlicher Taucher und ambitionierter Stand Up Paddler habe ich mich mehr und mehr auf Wassersport-Themen spezialisiert. Ich habe für mehrere Jahre als Online-Redakteur, Content- und SEO-Manager für den Jahr Top Special Verlag in Hamburg das führende Tauchsport-Portal TAUCHEN.de redaktionell betreut und bin in der Wassersport-Branche zuhause. Meine Leidenschaft gilt dem Meer und allen Aktivitäten, die sich am, im, auf und unter Wasser ausüben lassen. Um diesem Kind einen Namen zu geben, habe ich www.just-wanderlust.com ins Leben gerufen – für alle Menschen, die das Meer lieben – gerne reisen und Wassersport wie Tauchen, Surfen, Stand Up Paddling.