Conrad Hasselbach Shoes and Garment – Herrenausstatter und Jagd-Bedarf in Hamburg-Harvestehude

Conrad Hasselbach vor seinem gleichnamigen Ladengeschäft in Hamburg-Harvestehude. Foto: Sascha Tegtmeyer
Conrad Hasselbach vor seinem gleichnamigen Ladengeschäft in Hamburg-Harvestehude. Foto: Sascha Tegtmeyer

Der bekannte Herrenausstatter und passionierte Jäger Conrad Hasselbach aus Hamburg über Kultur, Tradition und den perfekten Dresscode für Wald und Flur. 

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Ein Jagdgeschäft inmitten der Großstadt? Die meiste Zeit findet man Conrad Hasselbach in seinem exklusiven Shop am Klosterstern in Hamburg zwischen rahmengenähten Schuhen, „Moleskin-Shooting-Jackets“ und handgemachten Futteralen. Der Laden ist sein ganzer Stolz. Wer hereinkommt, glaubt schnell, dass Hasselbach als Jäger zur Welt gekommen ist. „Stimmt nicht“, erzählt der gelernte Kaufmann. „Ich habe erst nach der Bundeswehrzeit 1991 mit 23 Jahren in Schleswig-Holstein meinen Schein gemacht!“ Der Vater sei Forstmann in Niedersachsen gewesen und schon Vater, Onkel und Großeltern zur Jagd gegangen, schildert Hasselbach. „Die Tradition hat es in unserer Familie schon immer gegeben. Die Passion kam bei mir später hinzu, denn ohne die Leidenschaft und das Herzklopfen wäre unser Hobby bloßreine Schädlingsbekämpfung, wie es leider einige unserer Mitmenschen nur allzu gerne sehen würden!“ Schon als kleiner Junge sei er mit auf dem Ansitz gewesen und als Treiber eingesetzt worden.

„Wir bekamen für das Abbalgen von Hasen oder Kaninchen eine D-Mark von unserem Vater“, weiß Hasselbach stolz zu berichten. Kultur, Passion und Dresscode hängen seinem Urteil nach beim Jagen sehr eng zusammen: Zu Anfangszeiten seiner beruflichen Selbstständigkeit habe er einen eklatanten Mangel an bezahlbarem, britischem Schuhwerk entdeckt. Bei Ausrüstung und Accessoires für die Jagd gleichermaßen. Hasselbach setzte auf natürliche Materialien: „Ich liebe beim Jagen die Natur, die frische Luft und zur Ruhe zu kommen in einer doch sehr hektischen und schnelllebigen Welt. Vielleicht ist das der Grund, dass ich in der Jagdbekleidung fast ausschließlich die Naturfasern bevorzuge. Sie entspringen eben nicht einer industriellen Massenproduktion, sondern unserer ureigenen Nahrungskette. Diese Materialien sind nach Jahren der Nutzung und Beanspruchung das Spiegelbild dessen, was wir in Ausübung unserer Passion erlebt haben: Erfolge, Misserfolge, beharrliches Ausharren, körperliche Arbeit, Kälte und Wärme.“

Conrad Hasselbach in Hamburg: Jagd-Ausrüstung kommt zu einem Großteil aus dem Vereinigten Königreich

Die Ausrüstung kommt weitestgehend aus dem Vereinigten Königreich: Jackets und Kniebundhosen aus Tweed und Moleskin, handgearbeitete Büchsen- und Flintenfutterale, Krawatten und Manschettenknöpfe mit Wildmotiven und handgewebte Jagdstrümpfe für Männer und Frauen sind im Sortiment. Seine Einstellung zum Jagd-Dresscode ist auch dementsprechend deutlich: „Ich mag überhaupt nicht diese auf Effizienz basierende Kultur der Schnellfeuerschützen. Jagen ist kein Sport!“ Das Auftreten einiger Zeitgenossen sei wirklich verwunderlich: „Jäger sollten nicht rumlaufen wie ein paramilitärischer Partisanenverband!“ Militäruniformen sind ein No-Go. Aber ihm sei natürlich bewusst, dass beispielsweise ein Schweisshundeführer eine andere Ausrüstung benötigt, merkt der Experte an. Hasselbach selbst setzt mehr auf Unterstatement, robusten Zwirn und Lederaccessoires aus Großbritannien, Deutschland und Frankreich.

Hasselbach hat die Passion zum Beruf gemacht

Der über die Stadtgrenzen Hamburgs hinaus bekannte Einzelhändler hat zwei Gewehre im Einsatz. Beides sind Erbstücke: ein Repetierer Steyr-Mannlicher-Puch Kal.7.64 habe er vom Vater, eine Doppelbüchse Mal. 9,3 x 74 von Heym aus den dreißiger Jahren habe ihm der Großvater überlassen. Seine Lieblingsreviere sind die Lüneburger Heide, Fläming, Ostharz und Südengland. Reiseträume hat Hasselbach auch nach den ganzen Jahren mit seinem Hobby noch: Rominten im ehemaligen Ostpreussen zur Hirschbrunft und zur Gamsjagd in den Alpen will der dreifache Familienvater noch. Er wünscht sich, dass seine Kinder die Passion auch geerbt haben.

Erste Anzeichen seien da: Sie lieben auf jeden Fall schon die Wildküche und Zubereitung. Stolz berichtet er von seinem schönsten Erlebnis im Wald: „Der erste Bock – ein schwacher Jährling – den habe ich an einem frühen Morgen im Mai beim ersten Schuss vor Aufregung überschossen. Mein zweiter Schuss hat aber gesessen! Mein Vater hatte dann den Bock verblasen und ich durfte ihn zum ersten Mal alleine aufbrechen!“

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Über Sascha Tobias Tegtmeyer 93 Artikel
Als Journalist, leidenschaftlicher Taucher und ambitionierter Stand Up Paddler habe ich mich mehr und mehr auf Wassersport-Themen spezialisiert. Ich habe für mehrere Jahre als Online-Redakteur, Content- und SEO-Manager für den Jahr Top Special Verlag in Hamburg das führende Tauchsport-Portal TAUCHEN.de redaktionell betreut und bin in der Wassersport-Branche zuhause. Meine Leidenschaft gilt dem Meer und allen Aktivitäten, die sich am, im, auf und unter Wasser ausüben lassen. Um diesem Kind einen Namen zu geben, habe ich www.just-wanderlust.com ins Leben gerufen – für alle Menschen, die das Meer lieben – gerne reisen und Wassersport wie Tauchen, Surfen, Stand Up Paddling.